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Geschichte des Gebäudes

Das Bauwerk war ursprünglich nicht als Museum und Residenz für den Primas errichtet worden: ab Ende des 17. Jahrhunderts hatte es als Jesuitenkloster gedient. Das Kloster kam nach Auflösung des Ordens (1773) zunächst in den Besitz der Schatzkammer, dann in den des Erzbistums und ab 1820 etablierte Erzbischof Sándor Rudnay, der seinen Sitz von Nagyszombat (Trnava, Slowakei) nach Esztergom verlegt hatte, in der Wasserstadt seine vorläufige Residenz. Gemäß den ursprünglichen Plänen der am Burgberg begonnen, großangelegten Bauarbeiten, hätte der neue Primaspalast mit der dort errichteten Kathedrale einen einheitlichen Komplex gebildet, doch wurde wegen der sich lange hinschleppenden Arbeiten und einiger Entwurfsabänderungen der zunächst vorübergehende Zustand schließlich zur ständigen Lösung. So beauftragte Erzbischof János Simor den Architekten József Lippert, dem auch die endgültige Ausgestaltung der Basilika oblag, 1881-1882 den Palast umzubauen und zu erweitern. Die 1875 ausgestellten Kunstobjekte des Christlichen Museums waren deshalb zunächst im oberen Stockwerk der Dombibliothek untergebracht und erst nach dem Umbau endgültig in die Räumlichkeiten im zweiten Stockwerk der Residenz verlegt worden. Außer dem Museum etablierte man in diesem Gebäude auch die Bestände des Primatialarchivs und der Simor-Bibliothek. Auch gegenwärtig wird eine Vergrößertung der Ausstellungsfläche vorgenommen –im Gebäude des ehemaligen Priesterseminars in unmittelbarer Nähe der Basilika werden neue Säle zur Verfügung gestellt. (Als Teilprojekt dessen wurde bereits hier die vom Museum verwaltete Mindszenty-Gedenkstätte eröffnet.)
M.I.